Ankereffekt sorgt für Sicherheit
Besonders die vergleichsweise schwache Wurzel der Gerste profitiert von der neuen Wirkstoffkombination. In der Jugendphase kommt es vor allem darauf an, dass die Pflanzen ein leistungsfähiges Wurzelwerk ausbilden. Die Beize sorgt für die nötige Standsicherheit und für einen zügigen Wachstumsstart im Frühjahr. Herbstsaaten müssen oberirdisch nicht üppig entwickelt in den Winter gehen. Entscheidend ist, wie es unter der Bodenoberfläche aussieht. Ein gut verzweigtes Wurzelsystem gleicht einem Anker, der Sicherheit gibt – Kretschmann spricht daher vom „Ankereffekt“. Dr. Thomas Puhl, der Baytan2 mitentwickelt hat, erklärt: „Das neue Mittel beugt Krankheiten vor, die Stress verursachen und das Wachstum stören können.“
Verantwortlich dafür ist die Kombination aus drei verschiedenen Wirkstoffen. Neben dem bereits aus dem alten Baytan bekannten Triadimenol haben die Bayer-Entwickler nun die Fungizide Prothioconazole und Triazoxide ergänzt. Die Wirkstoffe bilden nach der Keimung einen Beizhof um die junge Pflanze und schützen sie von Beginn an. Dabei sind die Wirkstoffe pflanzenverträglich auf Wasserbasis formuliert. Bei fachgerechter Anwendung lässt sich die intensiv einfärbende Beize zudem sehr exakt auf die Getreidekörner aufbringen.
Achillesferse Halmheber
Der Wirkstoff Triadimenol ist im neuen Baytan2 höher dosiert als in der Vorgängerbeize. Er beeinflusst das Wachstum des Halmhebers, auch Mesokotyl genannt. Das ist der Abschnitt der Sprossachse, der vom Korn bis zum Bestockungsknoten reicht. Bei mechanischen Belastungen ist dies häufig die Achillesferse der Pflanze. Triadimenol verkürzt den Halmheber und macht ihn dadurch deutlich robuster. Untersuchungen bestätigen, dass dadurch etwa die Kältetoleranz größer ist.
Ein großer Vorteil ist auch die sehr gute Wirkung von Triadimenol gegen Typhula-Fäule. Darüber hinaus deckt Baytan2 ein breites Spektrum pilzlicher Schaderreger in Gerste und Hafer ab. Dazu zählen Streifenkrankheit, Flug- und Hartbrand, Braunfleckigkeit sowie Schneeschimmel. Zusätzlich schützt die Beize vor Frühbefall mit Mehltau sowie Blatt- und Netzflecken. „Die Innovation von Baytan2 besteht darin, dass es bei fast jeder Krankheit eine doppelte oder gar dreifache Absicherung durch verschiedene Wirkstoffe bieten kann“, freut sich Puhl.
Maßgeschneiderte Lösungen
Puhl und Kretschmann empfehlen, frühzeitig vor der Aussaat mit den Aufbereitern Kontakt aufzunehmen und die verschiedenen Möglichkeiten der Saatgutaufbereitung zu erörtern. Den Vorzug sollte die Beize bekommen, die am besten zu den Anforderungen des Betriebs und des Standorts passt. Bayer CropScience hat für Gerste und Hafer neben Baytan2 mit Manta Plus und EfA zwei weitere Beizen im Programm.