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So wirken Herbizide

Getreidebetonte Fruchtfolgen und besonders der Rückgang der Sommerungen verursachen zunehmend Probleme mit Ungräsern, vor allem mit Ackerfuchsschwanz und Windhalm. Um mit einer Anwendung gute Erfolge zu erzielen, sollte man die verschiedenen Wirkweisen der Herbizide kennen.

Herbizide müssen, bevor sie wirken, aus dem Spritzbelag (Blattherbizide) oder der Bodenlösung (Bodenherbizide) in die Pflanzen gelangen. Durch die Art der Aufnahme in die Pflanze, deren Weiterleitung und Wirkung, werden diese unterteilt in Kontaktherbizide und systemische Herbizide.

Blattherbizide

Kontaktherbizide, dringen ausschließlich oder vorwiegend über das Blatt ein. Sie schädigen an und in der Nähe der Stelle des Eindringens. Die Wirkung der Kontaktherbizide beschränkt sich auf Pflanzen ohne Reservestoffe, wie einjährige Unkräuter.
Systemische Blattherbizide werden vorwiegend über das Blatt aufgenommen und anschließend in der Pflanze weitergeleitet. Am bekanntesten sind hier die Wuchsstoffe. Auch die meisten Gräserherbizide oder Windenmittel wirken über das Blatt.

Bodenherbizide

Die Wirkstoffe werden über die Wurzeln aufgenommen und danach in der Pflanze verteilt. Bodenherbizide sollten nur bei feuchten Böden angewendet werden. Bei Trockenheit können diese Produkte völlig wirkungslos sein. Wichtige Bodenherbizide werden überwiegend im Vorsaatverfahren oder im Vorauflauf, teilweise auch im frühen Nachauflauf, gegen Gräser und Dikotyle eingesetzt. Dazu gehört z. B der Wirkstoff Flufenacet im Cadou® in Getreide.
Einige Herbizide wirken sowohl über das Blatt als auch über den Boden. Beispiele sind die ALS-Inhibitoren, z. B. Atlantis®, Husar®, Fenikan® oder Bacara®.

Safener

Safener sind Zusatzstoffe in Herbiziden, die den Abbau der Aktivsubstanz in der Kulturpflanze beschleunigen, ohne die Wirkung auf die Ungräser zu beeinflussen. So hat zum Beispiel das Produkt Atlantis WG eine ausgezeichnete Wirkung gegen Gräser. Im Getreide - das auch ein Gras ist - wäre eine Anwendung nicht möglich, enthielte das Produkt nicht einen Safener.

Wirkweise von Herbiziden

Nach ihren Angriffspunkten im Stoffwechsel der Pflanzen und ihren Wirkweisen werden Herbizide verschiedenen Gruppen zugeordnet:

  • Hemmung der Photosynthese
  • Hemmung der Pigmentsynthese
  • Hemmung der Aminosäuresynthese
  • Hemmung der Fettsäuresynthese
  • Hemmung der Zellteilung

Entscheidungskriterium für den Spritztermin

Die Herbizidwahl sollte sich an den tatsächlich vorhanden Arten und den bekannten Schwellenwerten orientieren. Für die Herbstbehandlung sprechen eine immer frühere Aussaat, regional ein hoher Gräserdruck und durch zunehmende Betriebsgrößen immer öfter auch arbeitswirtschaftliche Gründe. Der Frühjahrstermin ist am besten geeignet zur Bekämpfung von breitblättrigen und ausdauernden Unkräutern.
Reine Blattherbizide sollten erst dann zum Einsatz kommen, wenn die Masse der Schadpflanzen das 2-3-Blattstadium erreicht hat. Die Mittel sind witterungsunabhängiger, da sie vom Boden unbeeinflusst ihre Wirkung entfalten können. Die Blattaktivität kann aber in Verbindung mit weiteren Mischpartnern zu Kulturunverträglichkeiten oder Minderwirkungen führen.

Herbstpräparate wirken meist über den Boden. Der Herbsttermin ist gegen keimende oder kleine Schadunkräuter und -gräser gerichtet. Unter günstigen Anwendungsbedingungen (feuchter Boden; wüchsige Witterung) reagieren diese schon auf niedrige Aufwandmengen.

Herbizideinsatz bei Resistenzen

Monokulturen und häufiger Einsatz von Herbiziden mit gleichem oder ähnlichem Wirkmechanismus begünstigen die Entwicklung herbizidresistenter Unkräuter. Der Landwirt sollte daher alle für seine spezielle Situation verfügbaren Produkte prüfen und alternierend einsetzen.

zuletzt bearbeitet am: 27. Oktober 2008