Die Einführung der Saatgutbeize EfA® auf dem deutschen Markt 2006 markiert den jüngsten Meilenstein in der Entwicklung innovativer Azolfungizide. Die Kombination aus vier Wirkstoffen bekämpft die wichtigen samen- und bodenbürtigen Pilzkrankheiten bei Getreide. EfA ist in Deutschland die erste Beize, die den neuartigen Wirkstoff Prothioconazole enthält.
Seit mehr als drei Jahrzehnten baut Bayer CropScience seine Kompetenz für Azole, eingesetzt zur Saatgutbehandlung oder als Blattfungizide, kontinuierlich aus. Mit Bayleton® und dem Wirkstoff Triadimefon brachte Bayer 1976 das weltweit erste Triazol-Fungizid auf den Markt. Das Produkt revolutionierte den Getreidebau in aller Welt. Vier Jahre später folgte das Beizmittel Baytan® mit dem Azolwirkstoff Triadimenol, das noch heute als Standardprodukt bei Wintergerste zum Einsatz kommt.
Triazole: Die Fungizid-Revolution
Die beiden Wirkstoffe eröffneten neue Wege bei der Kontrolle von Pilzkrankheiten im Pflanzenbau. Denn Triazole werden in der Pflanze systemisch verteilt und schützen so auch nachwachsende Pflanzenteile. Außerdem wehren sie Infektionen ab, können sie im Anfangsstadium stoppen oder verhindern die weitere Ausbreitung der Krankheit erfolgreich. Alle Triazole erzielen die gleiche Wirkungsweise: Sie hemmen Wachstum der Pilzkrankheiten und lassen sie absterben. Das Aktivitätspektrum und der genaue Angriffspunkt variiert jedoch von einem Triazol zum anderen.
Deshalb suchten und suchen die Bayer-Forscher kontinuierlich nach neuen Substanzen innerhalb der viel versprechenden Wirkstoffklasse. Ein weiterer Treffer gelang 1981 mit der Synthese von Tebuconazole. 1988 gab der Stoff als Blattfungizid Folicur® sein Debüt auf dem Pflanzenschutzmarkt. Heute wird Folicur in über 100 Ländern und in 90 verschiedenen Kulturpflanzen erfolgreich eingesetzt.
Neuester Baustein Prothioconazole
Die Entwicklung von Prothioconazole ist bislang die Krönung der Azol-Chemie aus dem Hause Bayer. Hiermit haben die Wissenschaftler eine neuartige Substanzklasse synthetisiert, die so genannten Triazolinthione. Das neue Molekül Prothioconazole zeigt ein breites Wirkungsspektrum. Das breite Anwendungsfenster, die rasche Aufnahme des Wirkstoffes in die Pflanze, die Regenstabilität und die lang anhaltende Wirkung belegen den Fortschritt in der Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten.
Unter dem Markennamen Proline® wurde der Wirkstoff 2004 als Fungizid zum Einsatz in die Rapsblüte in Deutschland eingeführt. Das Kombinationsprodukt Input® vereint die Stärken von Prothioconazole und Spiroxamine in einem Getreidefungizid und Fandango® die des Triazolinthions mit Fluoxastrobin. Mit Prosaro® wurde kürzlich eine neue Option zugelassen. Das Produkt vereint die beiden Wirkstoffe Prothioconazole und Tebuconazole, ist besonders wirksam gegen Fusarien und mindert die Bildung von schädlichen Mykotoxinen.
Parallel zur Entwicklung von Blattfungiziden auf Azolbasis entstand eine Reihe von systemisch wirkenden Saatgutbeizen. Neben Baytan und Galmano® gehören hier Landor® CT und Manta® Plus zum Angebot von Bayer CropScience – und eben EfA®.
Effektives Resistenzmanagement
Um Wirksamkeit und Anwendungsspektrum der Fungizide zu erhalten, sollten die empfohlenen Applikationsraten und Anwendungstermine beachtet und eingehalten werden. Behandlungen mit verringerten Aufwandmengen gefährden den Bekämpfungserfolg. Sie erhöhen das Risiko, dass die Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Wirkstoffen abnimmt. Die Strategien zur Vermeidung von Resistenzen sind am erfolgreichsten, wenn sie in einen integrierten Ansatz geeigneter pflanzenbaulicher Maßnahmen eingebettet sind.
Über dreißig Jahre lang beeinflusste Bayer CropScience maßgeblich die Erforschung und Entwicklung moderner Fungizide aus der Gruppe der Azole. Und die Azolforschung geht weiter.